8. fév 10 - 10. fév 10

Auf der Suche nach einer alternativen Globalisierung

Freising, Germany

 

Ökumenische Konsultation zu Klima, Wirtschaft und Gewalt

Vom 8.-10. Februar 2010 findet in Freising bei München unter dem Motto „Ehre sei Gott und Friede auf Erden“ eine bundesweite ökumenische Konsultation statt.

 

Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen, Initiativen und Basisgruppen werden über Alternativen zur gegenwärtigen Globalisierung diskutieren. Dabei wird es vor allem um das Verhältnis von kapitalorientierten Wirtschafts- und Finanzsystemen zum Klimawandel und zu Fragen von Frieden und Gewalt gehen. Die Diskussionsergebnisse sollen in die vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) organisierte Internationale Ökumenische Friedenskonvokation eingehen, die im Mai 2011 in Kingston (Jamaika) stattfinden wird.

 

Die Ökumenische Konsultation will die von 2001 bis 2010 dauernde Dekade zur Überwindung von Gewalt und den AGAPE-Prozess (englisch für „Alternative Globalization Addressing People and Earth = deutsch „Alternative Globalisierung im Dienst von Menschen und Erde“) zusammenzubinden.

 

Obwohl beide Prozesse 1998 gemeinsam von der Vollversammlung des ÖRK in Harare beschlossen worden waren, wurden sie weitgehend getrennt durchgeführt. Während sich der AGAPE-Prozess auf Alternativen zur ökonomischen Globalisierung konzentrierte, widmete sich die Dekade der Frage, wie Gewalt als solche überwunden werden kann. Beide Prozesse sollen nun zusammengeführt werden, um den weltweiten, sich spiralförmig zuspitzenden Krisen (Klima, Armut, Ressourcen, Ernährung, demografische Entwicklung, Verteilungskriege usw.) theologisch und gesellschaftspolitisch entgegenzuwirken. Christinnen und Christen aus Kirchen und ökumenischen Netzwerken wollen in Freising eine konstruktive Spirale gegen die Gewaltkonflikte in Gang setzen und Alternativen aufzeigen.

 

Vier Themenbereiche werden während der Tagung im Freisinger Karl Döpfner-Haus behandelt werden:

  • die tägliche Gewalt in unserer Gesellschaft
  • die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung
  • eine gerechte ökonomische Ordnung
  • Ansätze für ein friedliches Zusammenleben zwischen den Völkern sowie innerhalb von Staaten.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Konsultation sollen in einer „Ökumenischen Agenda“ für einen gerechten Frieden zusammengefasst und veröffentlicht werden.

 

Vorträge werden halten:

  • der Theologiedozent Dr. Fernando Enns (Universität Hamburg)
  • der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer (Hannover)
  • die stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik Dr. Imme Scholz (Bonn)
  • der Politikwissenschaftler am Institut für Entwicklung und Frieden, Prof. Dr. Jochen Hippler (Duisburg/Essen).

Die Ökumenische Konsultation in Freising steht am Ende der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Die Dekade wurde von der 8. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1989 in Harare im Rahmen des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung für die Jahre 2000 bis 2010 ausgerufen. 2006 beschloss die 9. Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre, die Erfahrungen und Erfolge der zehnjährigen Arbeit bei der Überwindung von Gewalt in eine Internationale Ökumenische Friedenskonvokation einmünden zu lassen, die vom 17.-25. Mai 2011 in Kingston/Jamaika stattfinden wird. Sie soll eine Erklärung zum gerechten Frieden ausrufen und Impulse für die Weiterarbeit setzen.

 

Veranstalter der ökumenischen Konsultation sind:

 

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Ludolfusstraße 2-4
60487 Frankfurt/Main
Tel. +49 (0)69/247027-0
www.oekumene-ack.de

 

und

 

Offenes Forum zur „Dekade zur Überwindung von Gewalt“
c/o Arbeitsstelle „Gewalt überwinden“ der Nordelbischen Kirche
Wulfsdorfer Weg 29,
22949 Ammersbek
Tel. +49 (0)40/60558022

 

Verantwortlich für die Vorbereitung und Durchführung ist eine gemeinsame Vorbereitungsgruppe, gebildet von der ACK aus ihrem Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ und dem Offenen Forum zur „Dekade zur Überwindung von Gewalt“.

 

Die Resultate der Konsultation können hier in Form einer "Ökumenischen Agenda" heruntergeladen werden